Fluorchinolone & Behinderungen

Behinderungen

Irreversible Nebenwirkungen sind den Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannt. Irreversibel bedeutet jedoch nicht automatisch behindernd. Während FDA und EMA ausdrücklich auch vor behindernden („disabling“) Nebenwirkungen warnen, fehlt dieser Hinweis weiterhin mit Stand 2026 in den deutschen Rote-Hand-Briefen des BfArM.

Mögliche Behinderungen

Bereits im Mai 2016 verschärfte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) die sogenannte Boxed Warning – die höchste Warnstufe in US-amerikanischen Arzneimittelinformationen – für systemisch angewendete Fluorchinolon-Antibiotika. Seitdem wird dort ausdrücklich vor schwerwiegenden, behindernden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen gewarnt.

Auch die zweite europäische Warnung aus dem Mai 2023 weist ausdrücklich auf das Risiko behindernder Nebenwirkungen hin. In den deutschen Warnungen des BfArM, die auf den europäischen Sicherheitsmaßnahmen beruhen, findet sich diese deutliche Formulierung hingegen bis heute nicht (Stand: 2026).

Besonders anschaulich wird die mögliche Schwere der Folgen in der Gebrauchsinformation eines systemisch angewendeten Fluorchinolon-Präparats beschrieben (siehe unten). Eine derart deutliche Formulierung findet sich jedoch nicht durchgängig in den Fach- und Gebrauchsinformationen aller entsprechenden Präparate sowie den offiziellen deutschen Warnungen. In der genannten Gebrauchsinformation wird ausdrücklich/unmissverständlich darauf hingewiesen, dass die Nebenwirkungen auch zu Behinderungen führen können.

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